Als Andreas - im falschen Körper geboren.

 

Am 12. August 1968, um 9.00 Uhr, wurde ein wunderbarer Junge geboren.

Der Andreas war da!

 

 

 

Er wurde grösser, älter und frecher. Doch etwas war da, das niemand wusste oder ahnte - er war im falschen Körper!

 

 

Die Transexualität

 

Die Transexualität (aus dem Griechischen: Trans= ändern, Sex= das Geschlecht) ist ein riesen Thema, bei welchem ich hier nicht ins Detail gehen möchte. Am liebsten benutze ich den Ausdruck "Transidentität". Auch möchte ich jetzt hier keinen Roman über mein Leben schreiben.

 

Am 5. Dezember 2015 habe ich allen Mut zusammen genommen und bin das erste mal als Andrea ans GWHF Treffen in Wangen gegangen.

Den Namen Andrea war ja ganz einfach geboren. Am Treffen aber war ich so nervös, dass mich andere Teilnehmerinnen darauf hinwiesen, dass ich mich mit meinem männlichen Namen vorstellte!!

 

 

 

Kurzerhand habe ich mich entschieden, den Weg zur Frau auf mich zu nehmen. Nach zahlreichen Besuchen bei einer Psychiaterin und bei Ärzten, was von der Krankenkasse Verlangt wird, war es nun soweit. Ab dem 23. August 2016 einen Riesen - Schritt  zur Frau. Ich hatte das Rezept für das Androcurt (männlicher Hormonblocker) und das Estradot (weibliches Hormon) in den Händen und bestellte sofort die Hormone in der Apotheke.

 

Die Hormone vertrage ich super und ich merkte - unter ständigen leichten Schmerzen - wie sich mein Körper so langsam "verweiblichte"!

 

Ein schwieriger Teil ist die Stimme und ich lernte bei einer netten Dame (Logopädin am Inselspital Bern) auf mühsamste Weise meine männliche Stimme zu einer weiblichen Stimme zu trainieren. Dies hat sich bereits ein Jahr später gelohnt - klingt wirklich schon fast wie eine Frauenstimme!

 

Meine eigenen Haare wurden immer länger, so dass ich die Perücken entsorgen konnte.

 

Auch mein Geschmack an Kleidern änderte sich von Röcken auf alltägliche, feminine, Damen-Jeans. 

 

Der Job als Carchauffeur macht es einem nicht leicht bei der Verwandlung vom Mann zur Frau. Aber am 5.März 2017 brachte ich allen Mut zusammen und mit der Mithilfe des Kamera-Teams vom SRF (siehe SRF DOK ab 25. Januar 2018) schaffte ich es, das erste Mal in meinem Leben als Andrea hinter das Lenkrad eines besetzten Reisecars zu setzen und als Frau zu fahren.

 

Heute bin ist nur noch als Andrea am Fahren. So manche Leute welche schon bei Andreas zu Gast waren, finden es kein Problem von Andrea chauffiert zu werden - sie mache genau die gleichen Witze und Fahre immer noch super!

 

 






















FAZIT

Die Umwandlung vom Mann zur Frau wäre eigentlich physisch, psychisch und körperlich nicht anstrengend - wenn da nicht so viel total unflexibles und wichtig tuendes Büropersonal bei Versicherungen und Ämtern sitzen würde, welches sich mit total unwichtigen Fragen ihre bezahlte Arbeitszeit um die Ohren schlagen. Wahrscheinlich nur um 16.00 in ihren berechtigten Feierabend zu gehen. 

Bei meiner Versicherung wird man so dargestellt, als ob ich mich darum gerissen hätte, transident zu sein - nur um die Krankenkasse zu schädigen!


"Warum sind den Sie mit 47Jahren transsexuell geworden und nicht früher?"

"Um Abklärungen zur Kostenübernahme der Bart-Laserentfernung zu machen, müssten wir eine Fotodokumentation von Ihrem Bartwuchs haben." Und das ein Jahr nach Beginn der Laserbehandlung (bezahlt haben sie übrigens bis heute nicht)!


Heute begreife ich Leute, die zur Klärung einiger Probleme bei der Krankenkasse als Unterlagen auch eine Motorsäge mitnehmen - auch wenn diese sicherlich nicht ein ideales Argument ist!


Auch die Namens- und Personenstands änderung werfen bei mir grosse Fragen auf. 

Betreibungsauszug, Strafregisterauszug, diverse Bestätigungen, und ein ganz grosses Portemonnaie sind nötig um zum gewünschten Erfolg zu kommen. 

Auch wenn seit dem 1. Februar 2012 das Gesetz im Kraft ist, dass keine Kastration oder entsprechende OP die geschlechtliche Anpassung gemacht werden muss, versuchen es die Gerichte immer wieder - dasselbe wenn man verheiratet ist.

Es ist sicher gut verdientes Geld für ein Gericht und darum sollte man es ja auch nicht unversucht lassen.

 

Im Moment brauche ich all meine Kraft die Leute in ihren Sesseln und hinter den Schreibtischen zu überzeugen, dass ich weder ein Wirtschaftsverbrecher, Steuerhinterzieher, Perverser oder pädophiler Straftäter bin noch das ich mir diese Schmerzen antue um einmal kurz als Frau einer wilden Sexorgie beizuwohnen.

Sollte ich diese Strapazen überleben habe ich mir geschworen meine Kraft voll dafür einzusetzen, dass nachkommende transidente Menschen es einfacher haben.


Ich möcht mich bei allen die sich von meinen Aussagen betroffen fühlen, ehrlich und herzlich entschuldigen!

 

 


Auch wenn meine "Metamorphose" noch nicht abgeschlossen ist, bin ich Frau und lebe dies auch. Meine Vergangenheit gehört zu mir und ich werde diese auch nie verleugnen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Leute um dich herum weniger Probleme mit deiner Identität haben, wenn du selber voll offen damit umgehst.

 

Im Frühjahr 2018 sollte eigentlich die ganze Veränderung mit der geschlechtsangleichenden OP im Unispital Zürich (durch den Chirurgen Herr Dr. Richard Fackin) abgeschlossen sein, so dass ich mit 50 Jahren, hoffentlich, noch ein paar Jahre glücklich als Frau leben kann.

 

 

 

 

 

 

Am 6. Dezember 2017 Hatte ich also mein Gerichts Termin wo Der Richter Herr Altermatt fand das ich Wie eine Frau aussehe, wie eine Frau Töne und wohl auch wie eine Frau denke also wäre ich wohl eine Frau. Nach 18inuten befand er, weil ich auch meine Rechnung von Fr.800.- und die Fr. 380.- seriös und Fristgerecht bezahlt habe, es als ok und bestimmte das ich nach der Einsprache Frist von 10 Tagen mein Geschlecht jetzt weiblich ist und das ich mich jetzt offiziell " Frau Andrea von Aesch" Nennen Darf.